Im Gesundheitswesen ist die Materialauswahl von größter Bedeutung und wirkt sich direkt auf die Patientensicherheit und die Behandlungsergebnisse aus. Edelstahl, eine kohlenstoffarme Legierung, ist in medizinischen Anwendungen aufgrund seiner außergewöhnlichen Korrosionsbeständigkeit, einfachen Reinigung und Biokompatibilität unverzichtbar geworden. Allerdings sind nicht alle Edelstahlvarianten für den medizinischen Gebrauch geeignet, da es erhebliche Unterschiede in Zusammensetzung, Eigenschaften und Anwendungen zwischen den verschiedenen Güteklassen gibt.
Edelstahl ist im Wesentlichen eine Eisenbasislegierung, die mindestens 10,5 % Chrom enthält. Dieser Chromgehalt ist entscheidend – er reagiert mit Sauerstoff und bildet eine dünne, stabile Oxidschicht, die die Rostbildung verhindert. Höhere Chromanteile erhöhen die Oxidationsbeständigkeit. Viele medizinische Legierungen enthalten auch Nickel (was die Duktilität verbessert) und Molybdän (was den Korrosionsnachteilen von Nickel entgegenwirkt).
Diese selbstreparierende Oxidschicht macht Edelstahl besonders wertvoll in medizinischen Umgebungen, in denen Oberflächenunvollkommenheiten Bakterien beherbergen könnten. Medizinische Anwendungen profitieren von der porenfreien Oberfläche, der chemischen Inertheit und der Fähigkeit des Materials, wiederholter Sterilisation ohne Beeinträchtigung standzuhalten.
Es ist wichtig zu beachten, dass es keine formale Definition von „medizinischem“ Edelstahl gibt. Der Unterschied zwischen Standard- und chirurgischem Stahl liegt hauptsächlich in der Korrosionsbeständigkeit. Chirurgischer Stahl enthält typischerweise mindestens 13 % Chrom mit speziellen Behandlungen, während Varianten für Implantate strengere Zusammensetzungsanforderungen haben.
Während chirurgischer Stahl häufig für temporäre Implantate verwendet wird, gibt es Bedenken hinsichtlich des Nickelgehalts. Obwohl es im Allgemeinen als hypoallergen gilt, können Korrosion und Abnutzung Nickelionen oder -partikel in den Körper freisetzen. Darüber hinaus ist Edelstahl anfällig für Spaltkorrosion – ein besonderes Problem für implantierte Platten und Schrauben.
Sowohl Nickel als auch Chrom werden als Karzinogene eingestuft, obwohl ihre Legierungsform in Stahl das Risiko erheblich reduziert. Die tatsächliche Gefahr hängt ab von:
Für permanente Implantate gibt es nickelfreie Alternativen wie BioDur® 108, während Polymere in vielen Anwendungen eine weitere praktikable Option darstellen.
Diese Allzwecklegierung (18 % Chrom, 8 % Nickel) bietet eine ausgezeichnete Korrosionsbeständigkeit und wird häufig für medizinische Schläuche, Behälter und Krankenhausausstattung verwendet. Obwohl es nicht für Implantate geeignet ist, macht seine chemische Inertheit es ideal für Geräte, die Desinfektionsmitteln ausgesetzt sind.
Der Zusatz von 2-3 % Molybdän verleiht 316 eine überlegene Lochfraßbeständigkeit. Seine kohlenstoffarme Variante (316L, ≤0,03 % Kohlenstoff) erfüllt die ASTM F138/F139-Standards für Implantate und zeichnet sich durch verbesserte Schweißbarkeit und Korrosionsbeständigkeit aus. Der Nickelgehalt von 10-15 % bietet eine außergewöhnliche Formbarkeit bei gleichzeitiger Beibehaltung nichtmagnetischer Eigenschaften.
Mit 12-14 % Chrom kann dieser martensitische Stahl wärmebehandelt werden, um eine hohe Härte zu erzielen, wodurch er sich ideal für chirurgische Instrumente eignet. Seine Korrosionsbeständigkeit beschränkt ihn jedoch auf Nicht-Implantat-Anwendungen.
Manchmal auch als „Rasierklingenstahl“ bezeichnet, existiert diese kohlenstoffreiche martensitische Legierung in den Varianten 440B und 440C. Obwohl es nach dem Härten schwierig zu bearbeiten ist, eignet sich seine außergewöhnliche Schnitthaltigkeit für Präzisionsschneidwerkzeuge.
Diese ausscheidungshärtende Legierung (17 % Chrom, 4 % Nickel) bietet eine hervorragende Verschleißfestigkeit für chirurgische Werkzeuge. Seine ausgewogenen Eigenschaften minimieren das Verziehen während der Herstellung und erhalten gleichzeitig die Korrosionsbeständigkeit, die mit 304-Stahl vergleichbar ist.
| Sorte | 304 | 316 | 316L | 420 | 440B/C | 630 (17-4) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Orthopädische Implantate | X | |||||
| Zahnimplantate | X | |||||
| Chirurgische Instrumente | X | X | X | X | X | |
| Medizinische Schläuche | X | |||||
| Prothesen | X | |||||
| Krankenhausmöbel | X | X |
Die Entwicklung von medizinischem Edelstahl konzentriert sich auf die Entwicklung von Legierungen mit erhöhter Festigkeit, verbesserter Biokompatibilität und antimikrobiellen Eigenschaften. Fortschrittliche Fertigungstechniken ermöglichen eine präzisere Instrumentenherstellung, während Materialkombinationen überlegene Leistungseigenschaften für medizinische Geräte der nächsten Generation liefern können.
Ansprechpartner: Ms. Jessie Liu
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